Bombenfund in Nürnberg – Ausnahmezustand für die Bevölkerung

Der Fund eines Blindgängers aus dem zweiten Weltkrieg erforderte am Montag den Einsatz von zahlreichen Einsatzkräften aus den Städten Nürnberg und Fürth. Da die Fliegerbombe nicht entschärft werden konnte, musste diese vor Ort gesprengt werden.

Das Relikt aus dem 2. Weltkrieg wurde am Vormittag bei Bauarbeiten eines Lärmschutzwalls der nahe gelegenen Südwesttangente entdeckt. Nach einer ersten Begutachtung des Sprengmeisters wurde festgestellt, dass es sich um eine Bombe mit einem sogenannten Langzeitzünder handelte. Die Entschärfung einer solchen Bombe ist deutlich komplizierter, als bei herkömmlichen Sprengkörpern mit Aufschlagszündern.

Für einen Entschärfungsversuch wurde zunächst ein Spezialgerät aus Thüringen angefordert.

Zwischenzeitlich wurde auch ein Evakuierungsradius durch Experten und die Örtliche Einsatzleitung festgelegt. Dieser erstreckte sich mit rund 1000 Metern auch in die Nachbarstadt Fürth. Für die beiden THW-Ortsverbände Nürnberg und Fürth wurde daraufhin Vollalarm ausgelöst.

Betroffene Firmen, Kliniken und Privathaushalte wurden daraufhin durch Feuerwehr, Polizei und THW evakuiert. Für nicht gehfähige Personen wurde die Unterstützung der verschiedenen im Einsatz befindlichen Hilfsorganisationen in Anspruch genommen.

Insgesamt befanden sich über 200 Helfer des Technischen Hilfswerks im Einsatz. Neben Evakuierungsmaßnahmen mussten logistische Aufgaben durch die Ortsverbände Neustadt a. d. Aisch und Schwabach abgearbeitet werden. Baufachberater aus den Ortsverbänden Forchheim, Roth, Hilpoltstein und Ansbach wurden ebenfalls angefordert.

Der Radlader des Ortsverbandes Nürnberg führte direkt an der Einsatzstelle Erdarbeiten durch. Weitere Bergeräumgeräte des THW Ansbach, Fürth und Erlangen standen in Bereitschaft.

Insgesamt befanden sich 10 Ortsverbände aus den Regionalbereichen Nürnberg, Ingolstadt und Bamberg im Einsatz.

Als am Abend feststand, dass die Bombe trotz Spezialgerät nicht entschärft werden konnte, löste die Stadt Nürnberg Katastrophenalarm aus und zog weitere starke Feuerwehrkräfte aus der Stadt und umliegenden Landkreisen zusammen. Zusätzlich wurde die Bombe mit Stroh und Wasserbehältern abgedeckt, um die Splitterwirkung weitmöglichst zu dämpfen.

Um 23.00 Uhr wurde die kontrollierte Sprengung ausgeführt. Durch die Abdeckung der Bombe kam es aufgrund der Sicherungsmaßnahmen zu keinerlei nennenswerten Schäden. Die eingesetzten Einheiten konnten daraufhin wieder abgezogen werden.

Bericht: Regionalbereich Nürnberg
Bilder: Stefan Mühlmann, THW Nürnberg