Pumpenausfall Kläranlage Erlangen

In der Nacht vom 23. auf den 24.05.2006 wurde durch einen massiven Wassereinbruch das gesamte Maschinenhaus des Erlanger Klärwerkes mit allen darin befindlichen Pumpen außer Betrieb gesetzt. Mehrere Ortsverbände des THW waren eingesetzt, um die Kläranlage weiterzubetreiben und die Schäden zu beheben.

Nähere Infos unter http://www.thw-erlangen.de . Der Notbetrieb der Anlage wurde mit den Pumpen und Aggregaten der eingesetzten Ortsverbände aufrecht erhalten. Höherer Wasserzulauf und drohender Regen erforderten jedoch den Einsatz weiterer Pumpkapazitäten. Nach telefonischer Voranfrage am 26.05. um 04:02 Uhr wurde dann das THW Kirchehrenbach um 04:42 Uhr alarmiert. Neben der räumlichen Nähe waren insbesondere die kurzfristige Verfügbarkeit und die umfangreiche Pumpenausstattung des Ortsverbandes ausschlaggebend für den Einsatzauftrag. Bereits ab 06:45 Uhr konnten mit den Kirchehrenbacher Pumpen weitere 10.000 l/min vom Vorklärbecken in die Belebungsbecken umgepumpt werden. Am Morgen des 27.05. konnte der volle Eigenbetrieb des Klärwerkes wieder aufgenommen und die eingesetzte THW-Technik zurückgebaut werden. Einsatzende war um 16:30 Uhr, eingesetzte Helfer 10 (26.05.) bzw. 16 (27.05.) Eingesetzte OV: Erlangen, Rosenheim, Forchheim, Pfaffenhofen, Nabburg, Baiersdorf, Kirchehrenbach, Fürth, Neustadt a.A. Pumpleistung gesamt 125.000 l/min NEA 280 kVA und 165 kVA Pressemitteilung THW Kirchehrenbach/Forchheim: Am Samstag Abend endete ein viertägiger Einsatz des Technischen Hilfswerks im Erlanger Klärwerk. Dort waren in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch durch ein defektes Ventil zwei Pumpenräume in kürzester Zeit bis unter die Decke mit Kloake voll gelaufen. Auch eine Warnanlage funktionierte wegen eines technischen Defektes nicht und konnte dies nicht verhindern. In den beiden Räumen befanden sich die 15 Großpumpen des Klärwerks, das Herz der Anlage, die das Klärwasser in der Anlage umwälzen. Dieser Großschadensfall führte Dienstag gegen 00:30 Uhr zur Alarmierung des THW Ortsverbandes Erlangen. Die Räume konnten zwar sehr schnell ausgepumpt werden, aber die Pumpen waren durch das Wasser nun defekt und mussten zur Instandsetzung ausgebaut werden. In einer Firma in Nürnberg wurden die Pumpen am Donnerstag gereinigt und repariert. Sehr schnell stellte man fest, dass die vorhandenen Pumpenkapazitäten nicht ausreichten, um den Betrieb der Kläranlage aufrecht zu erhalten. Bei normalem Wetter müssen bis zu 3000 Liter Abwasser in der Sekunde bewältigt werden und bei starkem Niederschlag wird es noch mehr. Deshalb wurden noch in der Nacht weitere Ortsverbände aus ganz Bayern nachalarmiert, um eine Umweltkatastrophe abzuwenden. Neben Helfern aus Pfaffenhofen, Rosenheim und Nabburg rückte auch das THW Forchheim mit seiner Hannibal- Schmutzwasserpumpe an, um den Abwassermassen Herr zu werden. Zur Unterstützung der Kameraden waren auch die Ortsverbände Neustadt a. d. Aisch, Baiersdorf und Fürth mit den Fachgruppen Logistik/ Verpflegung und Elektroversorgung sowie einem Autokran im Einsatz. Am Donnerstag musste die Förderleistung der THW- Pumpen weiter aufgestockt werden und es wurde noch eine Tauchpumpe aus Forchheim in die Becken eingesetzt. Solange es noch nicht stark regnete konnten die vorhandenen Großpumpen, darunter auch zwei Havariepumpen mit einer Förderleistung von je 15000 Liter pro Minute, das ankommende Abwasser und den Schlamm umsetzen und so ein Umkippen des Klärwerks verhindern. Aufgrund des durch den starken Regen ansteigenden Schmutzwasserpegels wurde am Freitag in den frühen Morgenstunden auch der Ortsverband Kirchehrenbach nachalarmiert um mit seiner Chiemseepumpe und weiteren Tauchpumpen die Pumpleistung noch zu steigern und die zugespitzte Lage wieder zu entschärfen. Wenn es den THW- Helfern nicht gelungen wäre das anfallende Abwasser komplett umzupumpen, hätte es ungeklärt in die Regnitz geleitet werden müssen. Dem Einsatz von Spezialgerät und fachlicher Kompetenz des THW ist es also zu verdanken, dass durch etwa zwölf Kilometer Schlauchleitung mit einer Gesamtpumpleistung von 1040 Liter Abwasser und1000 Liter Schlamm pro Sekunde diese Gefahr gebannt werden konnte. Seit Samstag laufen die Pumpen des Klärwerks wieder regulär und der Einsatz der beiden Ortsverbände aus dem Landkreis endete am Abend mit der Dekontamination der eingesetzten Schläuche und Pumpen. Laut Aussage eines Mitarbeiters des Klärwerks Erlangen konnte mit der beachtlichen Leistung des THW der normale Betrieb der Anlage über die gesamte Dauer des Störfalles aufrecht erhalten bleiben und ein noch größerer Schaden verhindert werden. Vera Kießling Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit, THW Ortsverband Kirchehrenbach

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